Grünland

Grünland (Weiden und Wiesen) liefert wichtiges Grundfutter für Kühe, Rinder, Pferde, Schafe etc. Ertrag und Qualität des Grünlandes sind primär abhängig von der Wasser- und Nährstoffversorgung sowie der Bewirtschaftung. Aber auch der pH-Wert und die Kalkversorgung des Bodens haben deutlichen Einfluss auf die Pflanzengesellschaften und die Qualität des Futters.

Nur mit einem optimalen pH-Wert des Bodens kann die beste Futterqualität erreicht werden.

Grünlandkalkung verbessert die Futterleistung

Voraussetzung für mineralstoffreiches, gesundes Futter und für größere Milchmengen aus dem Grundfutter des Grünlandes ist die regelmäßige und ausreichende Kalkdüngung.

Neben der routinemäßigen Kalkung der Feldfrüchte gerät die Kalkung des Grünlandes häufig in Vergessenheit. Dies geschieht zu Unrecht – hat doch der pH-Wert einen entscheidenden Einfluss auf die botanische Zusammensetzung des Grünlandes. Bei niedrigen pH-Werten unter 5,5 dominieren minderwertige Gräser wie etwa die Gemeine Rispe (Poa trivialis) und der Anteil an Leguminosen und wertvollen Futtergräsern wie etwa dem Deutschen Weidelgras (Lolium perenne) geht deutlich zurück. Die Nachteile einer solchen Artenverschiebung sind nicht nur in einer verminderten Nutzungselastizität sondern vielmehr in einer Herabsetzung der Energiedichte des Grünlandaufwuchses zu sehen. Als Folge wird weniger Milchleistung aus dem Grundfutter erzielt.

Aus der nachfolgenden Graphik ist ersichtlich, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Milchviehbetriebes jedoch eng an die Milchleistung aus dem Grundfutter gekoppelt ist: Mit steigendem Anteil der Milchleistung aus dem Grundfutter an der Gesamtmilchleistung steigt der Deckungsbeitrag je Kuh deutlich an. Denn das Grundfutter kann im Vergleich zum Kraftfutter vergleichsweise günstig erzeugt werden; besonders mit hochwertigem Grünland.

Eine regelmäßige Erhaltungskalkung – jährlich 20 bis 30 dt/ha kohlensaurer Kalk oder kohlensaurer Magnesiumkalk auf ein Drittel der Grünlandfläche – sorgt für den optimalen Nährstoffzustand des Bodens.

Falls Wiesen und Weiden bereits stark versauert sind, bedarf es einer gezielten Gesundungskalkung, deren Höhe sich aus der Bodenuntersuchung ergibt.

Auch für die Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere ist Kalk unentbehrlich. Naturkalk mit garantiertem Magnesiumgehalt beugt der Weidetetanie vor.

Erfolg der Milchproduktion kommt aus gutem Grundfutter

Quelle: dlz 9/2003

Grünlandkalkung fördert die biologische Vielfalt

Die Vegetation, die Pflanzengesellschaften und auch die Bodenlebewesen haben spezifische optimale pH-Wert-Anforderungen.
Insbesondere die wohlschmeckenden, nahrhaften Gräser und Kräuter wachsen besser, wenn der pH-Wert im schwach sauren Bereich liegt.

 

Die Ausbringung von Kalk auf dem Grünland ist fast immer möglich. Ein sehr günstiger Zeitpunkt ist im zeitigen Frühjahr oder nach der ersten Schnitt- oder Weidenutzung.