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12.09.2014
Im Düngejahr 2013/2014 deutlich mehr Kalk gedüngt

Im Wirtschaftsjahr 2013/2014 wurde in der deutschen Landwirtschaft deutlich mehr Kalkdünger…

Düngekalk auf die Stoppeln, wenn der Boden trägt.

Die neue Statistik zum Düngemittelabsatz im Wirtschaftsjahr 2013/2014 (01.07.2013 - 30.06.2014) zeigt einen verstärkten Einsatz von Kalkdüngern in der deutschen Landwirtschaft. Mit dem Absatz von 2.865.000 t CaO wurden ca. 13 % mehr Kalk in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt als in dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr 12/13 und sogar 32 % mehr als im Mittel der letzten 14 Jahre (s. Abb. 1 - zum Download bitte anklicken).

„Der etwa seit 2006 beginnende Trend des zunehmenden Kalkdüngereinsatzes geht einher mit einer verbesserten wirtschaftlichen Lage der Landwirte und einem zunehmenden Bewusstsein für die Bedeutung von Bodenstruktur und Bodenschutz für eine nachhaltige Landbewirtschaftung,“ erläutert Dr. Reinhard Müller, Geschäftsleiter der Düngekalk-Hauptgemeinschaft die Hintergründe für diese Entwicklung.

Im Zusammenhang mit der Klimaschutzdebatte wird seit Jahren immer mehr über die Knappheit und die Bedeutung der Böden gesprochen. Insbesondere bei Starkregenereignissen wie im Sommer 2014 ist es wichtig, dass die Böden das Regenwasser schnell aufnehmen und dann auch speichern können. Dies können sie nur, wenn sie eine gute, stabile Bodenstruktur mit vielen Mittelporen aufweisen. Dafür wiederum ist bei den meisten Böden eine gute Kalk- und Humusversorgung sehr wesentlich.

Die Zusammenhänge zwischen Kalkversorgung der Böden und der Verbesserung der Wasseraufnahme und Wasserspeicherung sind Fachleuten bekannt. Die wissenschaftlich durch viele Feldversuche nachgewiesene Optimierung der Kalkversorgung ist abhängig von der Bodenart und dem Humusgehalt der Böden. Dies ist in dem VDLUFA-Standpunkt „Bestimmung des Kalkbedarfs von Acker- und Grünlandböden“ (s. www.vdlufa.de/index.php)  bereits im Jahr 2000 manifestiert worden.

Gemäß des VDLUFA-Standpunktes ist es ratsam, bei den Flächen der Versorgungsklassen „A“ und „B“ eine Aufkalkung oder sogar eine Gesundungskalkung vorzunehmen, um den bodenartspezifisch optimalen pH-Wert zu erreichen. Immer mehr Landwirte verstehen diese Zusammenhänge und optimieren daher die Kalkversorgung ihrer Acker- und Grünlandböden.

Die vom statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Daten über den Düngekalkeinsatz in Deutschland ermöglichen in Verbindung mit den Flächenstatistiken Berechnungen über den Kalkeinsatz je Hektar Landwirtschaftlicher Nutzfläche (LF). Da der Kalkdüngerabsatz im Trend angestiegen ist und die LF tendenziell abnimmt, steigt folglich auch die Kalkmenge, die je ha LF durchschnittlich eingesetzt wird (s. Abb. 2 - zum Download bitte anklicken).

Im Wirtschaftsjahr 2013/14 wurden durchschnittlich 172 kg CaO je Hektar LF in Deutschland eingesetzt. Dieser langjährige Höchstwert ist sehr zu begrüßen. Dennoch ist bei durchschnittlichen jährlichen CaO-Verlusten von ca. 250 – 300 kg/ha – je nach Wasserbilanz und Entzügen - davon auszugehen, dass die Menge von 172 kg/ha CaO im Mittel (!) noch nicht hinreichend ist, alle Böden in die optimale Kalkversorgung zu bringen beziehungsweise das pH-Wert-Optimum nachhaltig zu erhalten.

 Durchschnittswerte können allerdings nur einen Trend aufzeigen. In der Praxis ist jeweils der Einzelfall zu untersuchen und zu entscheiden. Daher ist bei jedem Acker und jeder Wiese auf die optimale Kalkversorgung und den pH-Wert zu achten, um die beste Bodenstruktur und Bodenfruchtbarkeit zu erreichen. Dies kann fachgerecht nur mittels regelmäßiger Bodenuntersuchungen im Abstand von ca. 3 bis 4 Jahren sichergestellt werden. Boden und Pflanzen werden es danken.